Bauen und Wohnen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Geschossdecke

Geschossdecke

Als Decken werden horizontale Bauteile bezeichnet, die Räume von der Außenwelt oder von anderen Räumen flächig nach oben oder unten abgrenzen. So dienen Decken z.B. der Abtragung von Lasten, dem Brand- und Schallschutz (besonders bei Wohnungstrenndecken), dem Wärmeschutz (wenn sie unterschiedlich temperierte Bereiche trennen), dem Raumklima (indem sie Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben), der Wärmespeicherung (besonders bei Gebäuden und Gebäudeteilen).

Neubau

Nicht begehbare, aber zugängliche oberste Geschossdecken beheizter Räume sollten, um einen Wärmeverlust zu vermeiden, gedämmt werden.

  • Dämmstoff offen auf die Decke aufbringen (bei hohem Luftzug, Dämmschicht mit einer winddichten Schicht versehen, z.B. Baupapier)

Soll die Geschossdecke begehbar sein, bietet sich der oben beschriebene Aufbau mit Verlegeplatten auf Lagerhölzern oder der Einsatz druckfester Dämmstoffe, wie z.B. Holzfaserdämmplatten) an.

Bei genutzten bzw. ausgebauten Dachräumen liegt der Schwerpunkt weniger auf Wärmedämm- als vielmehr auf Schallschutzmaßnahmen. Die Dämmstoffdicke kann in diesem Fall deutlich verringert werden. Zur Schallentkopplung sollte unter den Lagerhölzern ein Dämmstreifen aus z.B. Kokos, Flachs-, Hanf- oder Schafwollfilz eingebaut werden. Lagerhölzer und Dämmstoffe sollten hier stets "schwimmend", d.h. ohne Befestigung am Untergrund, verlegt werden.

Geschossdecke: Holzbalkendecke mit Trockenestrichelement auf Trittschalldämmung

DickeBaustoff
A25,0Trockenestrichelement
B21,0Trittschalldämmplatte (z.B. Holzfaser)
C50,0schweres Material (z.B. Beton-Gehwegplatten, trocken)
D22,0OSB
E160,0Konstruktionsvollholz (KVH)
F100,0Naturdämmstoff (z.B. Zellulose, Flachs, Hanf, Holzfaser)
G10,0Federschiene
H12,5Gipsfaserplatte

(Maße in mm)

Altbau

Vielfach genügt der Schallschutz bestehender Holzbalkendecken im Altbau nicht den heutigen Ansprüchen der Bewohner. Soll bei einer Renovierung oder Sanierung die alte Decke erhalten bleiben, kann die Deckenkonstruktion nach erfolgter statischer Prüfung beschwert und die Anzahl voneinander entkoppelter Schichten erhöht werden.

  • Hohlraum der vorhandenen Decke wird mit schwerem Material befüllt (z.B. Lehmsteine)
  • Rieselschutz zwischen Lagerhölzern und darauf leichtes Dämmmaterial
  • unter Lagerhölzern Dämmstreifen einbringen
  • als Abschluss einen Bodenbelag (z.B. OSB Platten)

Sanierung oberhalb der Decke

U-Wert in W/(m²K):

Berechnungsgrundlage für U-Werte (inkl. Sparren) waren historische Baustoffdaten (Quelle: Pavatex)

DickeBaustoff
A22,0Dämmstoffabdeckung (z.B. OSB-Platten)
B120,0Naturdämmstoff (z.B. Zellulose, Flachs, Hanf, Holzfaser) mit Lagerhölzern oder druckfester Dämmstoff
CRieselschutz
D20,0Holzschalung
E180,0Deckenbalken (wenn notwendig, kann dortiger Hohlraum ausgeblasen werden)
F25,0Holzwolleleichtbauplatten (HWL, Bestand)
G15,0Kalk- Lehm oder Gipsputz (Bestand)

(Maße in mm)

Sanierung im Deckenhohlraum

U-Wert in W/(m²K):

Berechnungsgrundlage für U-Werte (inkl. Sparren) waren historische Baustoffdaten (Quelle: Pavatex)

DickeBaustoff
A24,0Dämmstoffabdeckung (z.B. Dielenboden) mit auf Deckenbalken befestigtem Trittschallflies (Jute, Hanf, Flachs)
B180,0Naturdämmstoff (z.B. Zellulose, Flachs, Hanf, Holzfaser) als Dämmung zwischen den Deckenbalken
CDampfbremse
D25,0Holzwolleleichtbauplatten (HWL, Bestand)
E15,0Gipsputz (HWL, Bestand)

(Maße in mm)

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