Bauen und Wohnen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Altbausanierung

Attraktiven Wohnraum mit Naturbaustoffen schaffen

 

Der Wohnungsmangel der letzten Jahre lässt in vielen Städten zahlreiche Neubauten in die Höhe schießen. Doch was passiert eigentlich mit der vorhandenen Bausubstanz? Dass der Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen im Bereich der Sanierung architektonisch ansprechende und zugleich wohngesunde Ergebnisse hervorbringt, zeigen auch die eingereichten und ausgezeichneten Projekte des Bundeswettbewerbs HolzbauPlus 2016.

Ein Beispiel hierfür ist die in der Wettbewerbskategorie „Wohnungsbau – Sanierung“ prämierte energetische Fassadensanierung eines Wohn- und Geschäftshauses in München. Die Fassade des Gebäudes der Erbengemeinschaft Thalheimer musste auf Grund von Frostschäden erneuert werden. Dass dies auch mit Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Gebäudeklasse 5 möglich ist, macht allen Unterstützern der Naturbaustoffe Hoffnung und sucht Nachahmer. Nach nur 6 Tagen erstrahlte die Fassade in neuem Glanz und die Belastung der Mieter konnte gering gehalten werden. Der hohe Vorfertigungsgrad reduzierte die Arbeiten auf der Baustelle immens. In die vorgefertigten  Holzrahmenelemente wurden schon in der Zimmerei neue Fenster eingebaut und die Zellulose-Einblasdämmung eingebracht. Zusätzlich erreicht das Gebäude dank des Einsatzes der Zellulose nun annähernd den Passivhausstandard. Das Zusammenkommen vieler Vorteile der Naturbaustoffe und ihre richtige Handhabung macht diese Baumaßnahme zu einem Vorzeigeobjekt im Bereich der Sanierung von Wohn- und Geschäftshäusern. Ein ausführlicher Artikel zu dem Projekt „Fassadensanierung in München“ wurde in der Ausgabe 10/2017 des BundesBauBlatts veröffentlicht. Alle Preisträger im Wettbewerb HolzbauPlus 2016 des Bundeslandwirtschaftsministeriums sind außerdem in der Broschüre „HolzbauPlus - Bundeswettbewerb Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen 2016“ vorgestellt.

Doch nicht nur für den mehrgeschossigen Wohnungsbau ist das Thema Sanierung interessant. Auch für Eigenheimbesitzer gilt: sanieren ist nicht nur der Einsatz neuer (Heizungs-)Technik, sondern auch das Erneuern oder Umbauen der Gebäudestruktur. Mit dem Einbau zusätzlicher Dämmung als Außendämmung oder im Dach-und Kellerbereich lassen sich nicht nur die Energiestandards verbessern, gleichzeitig hat man so auch die Chance, dem Gebäude mit einer neuen Verkleidung ein neues, moderneres Gewand zu geben. Zieht man den Einbau einer neuen Heizungsanlage in Erwägung, sollte über die Reihenfolge der verschiedenen Sanierungsmaßnahmen nachgedacht werden. Der Einbau einer neuen Heizungsanlage in einem alten, unsanierten Haus führt womöglich zu einer überdimensionierten Anlage. Es ist deswegen sinnvoll, sich erst mit der Erneuerung der vorhandenen Bauwerkssubstanz auseinanderzusetzen und im späteren Sanierungsverlauf  technische Neuerungen im Heizungsbereich anzugehen. Bauherren, die Hilfe bei der Konzipierung eines Sanierungsplanes benötigen, können sich an einen Energieberater wenden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert das durch einen Energieberater aufgestellte Sanierungskonzept mit bis zu 60 % des Beratungshonorars.

Auf Grund der stetigen Nachfrage zu diesem Thema hat die FNR ihre Broschüre „Altbausanierung mit nachwachsenden Rohstoffen“ als 3. unveränderte Auflage herausgegeben. Die Broschüre gibt allen am Bau Beteiligten u. a. einen Überblick über die Dämmstoffe, energetische Grundlagen und Wärmeschutzmaßnahmen an der Gebäudehülle. Ausführlich wird im zweiten Teil auf die verschiedenen Bauteile, wie z. B. erdberührte Bauteile, Wände, Fenster und Dächer und ihre Sanierungsmöglichkeiten eingegangen.

Auch in der vor kurzem neu veröffentlichen und komplett überarbeiteten 2. Auflage der FNR-Broschüre „Strohgedämmte Gebäude“ wird auf das Thema Sanierung eingegangen. So lassen sich Außenwände von Bestandsgebäuden durchaus auch mit Strohballen dämmen. Diese Art der Altbausanierung wird aktuell von dem erfahrenen Projektträger Schelfbauhütte GmbH & Co. KG auf dem Gelände der Alten Brauerei in Schwerin erfolgreich umgesetzt. Ein ausführlicher Artikel zum Thema erschien im BundesBauBlatt 1-2/2015, die dort genannten Preise für die Alte Brauerei sind allerdings nicht mehr aktuell.

Die Neuauflagen der Broschüren „Altbausanierung mit nachwachsenden Rohstoffen“ und „Strohgedämmte Gebäude“, sowie die Broschüre zum HolzbauPlus Wettbewerb 2016 sind auf www.fnr.de in der Mediathek bestell- oder downloadbar.

Gewinner Kategorie „Wohnungsbau – Sanierung“ HolzbauPlus 2016, Energetische Sanierung, Foto: Simone Rosenberg / www.rosenbilderberg.de
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