Bauen und Wohnen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Energieeinsparverordnung

Seit 2002 führt die Energieeisparverordnung (EnEV) die Vorgaben und Regeln für den Wärmeschutz und die anlagentechnik in einem Schriftwerk zusammen. Die mit der EnEV 2007 eingeführten Neuerungen dienten zudem der Umsetzung der Europäischen Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2202/91/EG), insbesondere die Pflicht über die Einführung von Energieausweisen für Bestandsgebäude. Am 1. Januar 2009 trat zusätzlich das Erneuerbare-Energie-Wärmegesetzt (EEWärmeG) für Neubauten in Kraft. Darin wird die Pflicht zur anteiligen Nutzung erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung von neuerrichteten Wohn- und Nichtwohngebäuden geregelt.

Durch die derzeit gültige EnEV 2014 werden die energetischen Anforderungen von gebäuden für die nächsten Jahre erneut vorgegeben. Neubauten die ab dem 1. Januar 2016 errichtet werden, müssen primärenergetisch 25 Prozent effizienter sein, als es die EnEV 2009 forderte. Dies bedingt eine bessere Wärmedämmung der Gebäudehülle um etwa 20 Prozent. Für Bestandsgebäude wurden keine wesentlichen Verschärfungen eingeführt.

Aufgrund der europäischen energiesparrechtlichen Vorgaben werden auch zukünftig das EnEG und die EnEV angepasst. Mit der Fassung der Eu-Richtlinie 2013/31/EU wurde für alle europäischen Mitgliedsstaaten die Einführung eines Niedrigstenergiegebäudes für alle Neubauten ab 2012 verbindlich. Für behördliche Bauten bereits zwei Jahre früher.

Anforderungen der ENEV 2014 an bestehende Gebäude

Für bestehende Gebäuden regelt die EnEV Nachrüstpflichten sowie sogenannte "bedingte Anforderungen", die bei der Modernisierung bestimmter Bauteile eingehalten werden müssen.

Eigentümer von bestehenden Gebäuden haben einen Mindestwärmeschutz gemäß der Norm DIN 4108-2 zu erfüllen. So sind die zugänglichen Decken von beheizten Räumen zum unbeheizten Dachraum gegebenenfalls bis Ende 2015 in der Weise zu dämmen, dass ein maximaler U-Wert 0,24 Watt/(m²K) eingehalten wird. Alternativ zur Dämmung der Decke kann das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt werden. 

Diese Regelungen gelten für Wohngebäude mit einem Eigentümerwechsel nach dem 1. Februar 2002 sowie für nicht selbst genutzte Wohngebäude. Eine Ausnahmenregelung zur Nachrüstpflicht besagt, dass eine Nachrüstung nicht vorgenommen werden muss, wenn die erforderlichen Aufwendungen durch die Energiekosteneinsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können.

Um im Gebäudebestand die heutigen Energiestandards zu erreichen, können aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnene, umweltverträgliche und unbedenkliche Baustoffe, Bauprodukte und Einrichtungsgegenstände mit einer hohen Gebrauchstauglichkeit zum Einsatz kommen. So übernehmen Sie Verantwortung für sich selbst, Ihre Kinder und nachfolgende Generationen und steigern die Behaglichkeit und Lebensqualität in Ihrem Zuhause.

Weitere Informationen zur Energieeinsparverordnung finden Sie hier.

http://www.enev-online.com/enev_2014_volltext/index.htm

Das fordert die Energieeinsparverordnung

Altbauten haben ein hohes Energieeinsparpotenzial. Aus diesem Grund enthält die Energieeinsparverordnung einerseits Nachrüstverpflichtungen und andererseits Mindestanforderungen bei Änderungen an bestehenden Gebäuden.

Nachrüstverpflichtungen bei bestehenden Gebäuden

Eigentümer von Gebäuden und von Nichtwohngebäuden, deren Räume jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum, ab dem 1. Januar 2016 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 W/(m²K) nicht überschreitet. Diese Pflicht gilt als erfüllt, wenn anstelle der obersten Geschossdecke das darüber liegende Dach entsprechend gedämmt ist oder das Dach bzw. die oberste Geschossdecke bereits die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2: 2013-02 erfüllt.

Brandschutz

Allgemeines zu Brandschutz

Mit Dämmstoffen wird oft ein hohes Brandrisiko verbunden, weil die meisten Dämmstoffe brennbar sind.

Die definierten Schutzziele des baulichen Brandschutzes sind in Reihenfolge der Prioritäten:

  • Personenschutz vor Sachschutz
  • Vorbeugung der Entstehung
  • Verhinderung der Ausbreitung
  • Durchführung wirksamer Löscharbeiten.

Die Brandentwicklung und die Ausbreitung eines Feuers in einem Raum wird durch das Brandverhalten der dem Feuer zugänglichen Materialien, das heißt hauptsächlich von der Einrichtung (Möbel, Vorhänge, Teppich) und der Oberfläche der Bauteile beeinflusst und erst in zweiter Linie von den weiteren Materialien der Konstruktion.

Des Weiteren ist zu beachten, dass die meisten Brandtoten Rauchtote sind, die durch die Einwirkung von Rauch und toxischen Gasen besonders aus Kunststoffen erstickt und vergiftet wurden. Da der Personenschutz im Brandfalle die höchste Priorität hat, gilt es daher, Kunststoffe zu minimieren, besser zu vermeiden.

Baustoffklassen

Hinsichtlich des Brandverhaltens unterscheidet man nach DIN 4102-1 zwischen nichtbrennbaren Baustoffen der Klasse A und brennbaren Baustoffen der Klasse B. Als Baustoff gelten auch Plattenwerkstoffe, Folien, Pappen, Dämmstoffe und Beschichtungen.

Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an hochfeuerhemmende Bauteile in Holzbauweise – M-HFHHolzR (Fassung Juli 2004)

Landesbauordnungen

Die Bauordnung (BauO) oder Landesbauordnung (LBO) des jeweiligen Bundeslandes ist in Deutschland wesentlicher Bestandteil des öffentlichen Baurechts. Einem Rechtsgutachten des Bundesverfassungsgerichts zufolge liegt die Kompetenz für das Bauordnungsrecht bei den deutschen Bundesländern.

Die Bauordnung ist Hauptbestandteil des Bauordnungsrecht; sie regelt die Anforderungen, die bei Bauvorhaben zu beachten sind. Dagegen werden die Bedingungen, auf welchen Grundstücken überhaupt und in welchem Art und Ausmaß gebaut werden darf, durch das Bauplanungsrecht bestimmt.

Die Anforderungen der Bauordnung beziehen sich zum einen auf das Grundstück, zum anderen auf seine Bebauung.

Ziel der Bauordnungen ist es, Gefahren für Leib und Leben abzuwenden, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und Qualitätsstandards zu setzen.

Landesbauordnungen

Baden-Württemberg

Mehrgeschossiger Holzbau in Baden-Württemberg vereinfacht

Landtag beschließt Änderung der Landesbauordnung

Der Landtag Baden-Württemberg hat am 5. November 2014 das Gesetz zur Änderung der Landesbauordnung beschlossen. In der Neuregelung der Landesbauordnung wird unter anderem die Nutzung des Baustoffes Holz erleichtert. Das Gesetz tritt zum Beginn des vierten Monats nach der Veröffentlichung im Gesetzblatt Baden-Württemberg in Kraft treten.

Gemäß § 26 Landesbauordnung wird zugelassen, dass Decken sowie tragende, aussteifende oder raumabschließende Wände und Stützen, die als hochfeuerhemmende Bauteile (d.h. mit der Feuerwiderstandsfähigkeit F 60) oder als feuerbeständige Bauteile (F 90) ausgeführt werden müssen, aus brennbaren Baustoffen (z.B. Holz) ohne (nichtbrennbare) Brandschutzbekleidung bestehen dürfen, soweit die erforderliche Feuerwiderstandsdauer von 60 bzw. 90 Minuten tatsächlich erreicht wird. Dadurch wird auch bei Gebäuden über sieben Meter Höhe der Massivholzbau durchgängig ermöglicht, wodurch der Einsatzbereich von Holz als Baustoff deutlich erweitert wird. [§ 26 LBO (Artikel 1 Nr. 13 des Gesetzesbeschlusses)]

Nach derzeitiger Rechtslage bestehen in § 4 Abs. 3 und § 8 Abs. 4 der Ausführungsverordnung zur LBO entsprechende bauordnungsrechtliche Erleichterungen hinsichtlich der Verwendung von Holz für feuerbeständige Bauteile. Eine vergleichbare Regelung für Bauteile, die hochfeuerhemmend sein müssen, besteht jedoch nicht.

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