Bauen und Wohnen Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V.

 

Holzbau

Bauen mit Holz

Von Anfang an hat der natürliche Roh- und Werkstoff Holz aufgrund seiner vielfältigen physikalischen, technischen, wirtschaftlichen, physiologischen und ästhetischen Vorzüge für die Menschen eine wichtige Rolle gespielt. Holz war lange Zeit der einzige Baustoff, aus dem sich Bauteile herstellen ließen, mit denen sich leichte Wände oder weit gespannte Decken und Dächer für „künstliche“ Behausungen bauen ließen.

Die Bäume entnehmen der Atmosphäre CO2 und bilden daraus mithilfe solarer Energie und Wasser über die Photosynthese das Holz. Um 1 m³ Holz bilden zu können, setzt ein Baum eine Tonne CO2 um und bindet je nach Holzart zwischen 250 und 300 kg Kohlenstoff. Folglich ist die Nutzung der Ressource Holz die beste Gewähr dafür, die natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen und der gesamten Natur zu erhalten.

Wird Holz langfristig genutzt, insbesondere als Bauholz, bleibt der im Holz gespeicherte Kohlenstoff und damit das entsprechende CO2 -Äquivalent während der Nutzungsdauer der Atmosphäre entzogen. Somit unterstützt die Holzverwendung die Speicherung von CO2 und wirkt so dem Treibhauseffekt entgegen. Daher ist die Verwendung von Holz ein positiver Beitrag zur Umweltvorsorge. Ein weiterer Vorteil von Holz liegt darin, dass zur Herstellung von Schnittholz und auch von Holzwerkstoffen nur vergleichsweise wenig Energie benötigt wird. Holz ist ein Material mit mannigfaltigen Verwendungsmöglichkeiten. Zusätzlich kommt der Herstellung von Holzprodukten die technologischen und dekorativen Eigenschaften der Holzarten sowie das jahrhunderte alte Wissen der Fachleute zugute. Auswahl, Sortierung und Einsatz erfolgen zielgerichtet unter Berücksichtigung der Natürlichkeit des Rohstoffs Holz. Damit kann den vielfältigen Wünschen und Anforderungen der Verbraucher an das „Endprodukt Haus“ entsprochen werden.

Der Vergleich der wichtigsten technischen Eigenschaften von Holz mit anderen Baustoffen spiegelt die guten Eigenschaften dieses Naturstoffs: Im Prinzip ist Holz ein mit Zellulosefasern bewehrter Verbundbaustoff mit hohem Hohlraumanteil – es ist ein natürliches „High-Tech“-Produkt. Bei gleicher Tragfähigkeit ist hochwertiges Holz leichter als Stahl. Holz verfügt annähernd über die Druckfestigkeit von Beton, kann im Unterschied zu diesem zusätzlich Zugkräfte aufnehmen. Dank seines großen Hohlraumanteils hat Holz günstige Wärmedämmeigenschaften – es ist das tragfähigste unter den wärmedämmenden Materialien! Daher werden beim Bauen mit Holz Wärmebrücken reduziert, was das Planen und Bauen insbesondere von Niedrigenergie- und Passivhäusern vereinfacht.

Das tradierte Wissen um den Baustoff Holz wird ergänzt durch zahlreiche Innovationen in den letzten Jahren. Neue Holzwerkstoffe wurden entwickelt und beim Vollholz sind bei Sortierung und Klassifizierung, durch die Einführung der maschinellen Festigkeitssortierung, erhebliche Fortschritte im Sinne der Qualitätssicherung erzielt worden. Unsere Sinne werden von Holz intensiv angesprochen. Holz vereinigt wie kein anderes Material Funktion und Sinnlichkeit in sich. Diesem Aspekt kommt beim Bauen im Zeitalter einer ausufernden Informations- und Kommunikationsgesellschaft eine wichtige, ausgleichende Bedeutung zu: Je weitergehend unser Alltag technisiert wird, um so größer wird die Sehnsucht nach Kontakt mit natürlichen Dingen, nach einem Umfeld, das wir als sympathisch und charakteristisch wahrnehmen. Eine der Stärken von Holz ist es, dass es eine sonst unerreichte Palette an ästhetischen Reizen bietet:
Es fühlt sich warm an und lässt Räume gut klingen. Das Bauen ist ein wesentliches Element unserer Kultur. Bauten spiegeln seit jeher die gesellschaftlichen und kulturellen Werte der jeweiligen Zeit wieder. An dem, was und wie wir heute bauen, werden wir von künftigen Generationen gemessen, wird von diesen zu erkennen sein, wie wir uns den Herausforderungen unserer Zeit gestellt und sie bewältigt haben. Das Zusammenführen von Ökonomie und Ökologie ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Durch die Verwendung des Baustoffes Holz wird dazu ein nennenswerter, sichtbarer und dabei nachhaltiger Beitrag geleistet.

Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Broschüre Holzhauskonzepte

Entwurf

Bauen ist grundsätzlich eine komplexe Aufgabe, bei der es darauf ankommt, in Zusammenhängen zu denken. Werden die Wünsche der Bauherren in Beziehung gesetzt zum Umfeld, in dem das Gebäude stehen soll, und die Entscheidung zur Bauweise in Beziehung zur Nutzung gestellt, sind die Grundlagen für die optimale Umsetzung eines Vorhabens in Holzbauweise gegeben. Der Holzbau kann die Erwartungen, die Bauherren an Ästhetik und Wohngesundheit, an Ökologie und Wirtschaftlichkeit ihres Hauses stellen, erfüllen. Dabei eröffnet er ein breites Spektrum an Gestaltungs- und Ausstattungsmöglichkeiten.

Holz- und Holzprodukte

Holz ist ein aus Kohlendioxid und Wasser mittels Sonnenenergie gebildeter poröser Körper, der bei minimiertem Materialeinsatz eine hohe Tragfähigkeit aufweist. Die natürliche Vielfalt des Rohstoffes Holz erlaubt es, daraus Schnittholzprodukte in einer großen Bandbreite jeweils gewünschter Qualitäten und Eigenschaften herzustellen.

Der zeitgemäße Holzbau wurde in den letzten Jahrzehnten so weit optimiert, dass die Bauweise hinsichtlich der objektiven Eigenschaften mehr als konkurrenzfähig ist. Architekten und Ingenieuren sei daher empfohlen, sich neben den Kenntnissen im Bereich der Konstruktion und Verarbeitung ständig einen Überblick über die aktuellen zur Verfügung stehenden Produkte zu verschaffen. Denn neben den klassischen Kriterien für den Einsatz, die Eignung und die Bewertung eines Baustoffes erlangen zunehmend ökologische Anforderungen wie Gesamtenergiebilanz, Emissionspotenzial, stoffliche Verwertung und Entsorgung an Bedeutung.

Holzbauweisen

Die modernen Holzbauweisen sind aus dem Blockbau bzw. dem Fachwerkbau abgeleitet. Diese sind handwerklich geprägt und weisen einen geringen Vorfertigungsgrad auf. Die modernen Holzbauweisen basieren auf einer gegenüber den traditionellen Bauweisen weit reichenden Standardisierung und sind durch einen deutlich höheren Grad der Vorfertigung gekennzeichnet. Die modernen Holzbauweisen sind offene Systeme.

Holzbau und Nachhaltigkeit

Kein anderer Baustoff schneidet in Ökobilanzen besser ab als der Baustoff Holz. Zu seiner herausragenden Plusenergiebilanz führen der geringe Energieaufwand der Herstellung und der hohe Anteil der über die Photosynthese eingelagerten Erneuerbaren Energie, die bei der Entsorgung energetisch genutzt werden kann.

Wohnwert

Die Qualität der Wohnfunktion und der spezifische Wohnwert eines Holzhauses resultieren aus der einzigartigen Kombination seiner Eigenschaften und seines Potenzials. Dies beginnt bei der Planung, die die Gestaltungswünsche und Nutzungsansprüche der Bewohner in optimaler Weise umsetzt. Die Orientierung nach der Himmelsrichtung, der Bezug zum Grundstück, der Grundriss, die Einteilung, das Raumangebot, der Ausbau und die Ausstattung lassen sich dank der Flexibilität der Holzbauweisen ganz individuell gestalten. Dabei gewinnen die schlanken Bauteile rund 10 % Wohnfläche: Platz für ein Kinderzimmer oder einen Hauswirtschaftsraum. Die Holzhaus-Freiheit gilt auch für spätere Ideen und Bedarfsänderungen: Umbau, Ausbau und Erweiterung sind jederzeit leicht möglich.

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